Sprengdiensteinsatz in Tauchen

Im Rittergraben in der Marktgemeinde Mönichkirchen müssen regelmäßig Kontrollen durchgeführt werden, um beginnende Verklausungen frühzeitig zu erkennen und laufend mühsam händisch zu entfernen. Nach den letztjährigen Unwetterereignissen im bachabwärts liegenden Ortsteil Tauchen auf niederösterreichischer und steirischer Seite mit etlichen Schäden, ist es wichtig, diesen Wildbach entsprechend zu pflegen und ein ungehindertes Abfließen der Regenwässer zu ermöglichen.

Aufgrund der Starkniederschläge einer Gewitterzelle am vergangenen Mittwoch wurde bei einer Nachschau festgestellt, dass zwei Bäume mitsamt den großen verwachsenen Wurzelballen direkt in den Wildbach gerutscht sind und diesen verlegen.

Die Bäume selbst konnten am Donnerstag mit herkömmlicher Forsttechnik entfernt werden, die miteinander verwachsenen Wurzelstöcke waren jedoch zu schwer, um mit Forst- oder Feuerwehrseilwinden aus dem Graben gezogen zu werden.

Da sich die Wurzelstöcke im steilsten Grabenstück 15 m unter angrenzendem Niveau  befanden, und erst eine Zufahrtsstraße durch den Wald mit einem Bagger gebaut hätte werden müssen, entschied sich Bürgermeister Andreas Graf nach Rücksprache mit dem Bezirksfeuerwehrkommandanten LFR Josef Huber, zum Schutz der Gemeinde und der Bevölkerung im Ortsteil Tauchen, ein Ansuchen um Entsendung des Sonderdienstes Sprengdienst zu stellen.

Durch ein E-Mail an die NÖ Landeswarnzentrale um 08.00 Uhr am 02. August 2019 wurde diese Anforderung an den Herrn Landesbranddirektor Dietmar Fahrafellner übermittelt und nach bereits 9 Minuten kam das OK und der Einsatzbefehl für den Sonderdienst Sprengdienst.

Die Alarmierung des Zuges Viertel Süd begann, Vorbereitungen wie z.B. Besorgung der Spreng- und Zündmittel und vieles mehr waren zu treffen. Gleichzeitig wurde die örtlich zuständige Feuerwehr Tauchen zur Technischen Hilfeleistung während der Sprengarbeiten alarmiert.

Als Treff- bzw. Sammelpunkt wurde eine markante Wegkreuzung beim Wanghof an der B54 vereinbart, nach Eintreffen aller Einsatzkräfte des Sprengdienstes wurde zuerst die Sicherheitsunterweisung und dann im Mot-Marsch die Anfahrt zu der Schadenstelle gemeinsam durchgeführt. Dort angekommen, wurde bei der Einweisung im Gelände  festgestellt, dass in der vergangenen Nacht offenbar ein weiterer Baum ins Gerinne gerutscht war und dieser Wurzelballen ebenfalls gesprengt werden musste.

Ein paar Fakten: Der erste Wurzelballen mit zwei Baumstümpfen war drei Meter lang und zwei Meter breit mit einer Stärke von 60 cm. Der neu hinzugekommene Wurzelstock war ungefähr 1,5 mal 1,5 Meter groß und 80 cm stark.

Zur Sicherheit der Mannschaft wurde ein Seilgeländer in den Graben aufgebaut.

Die Einteilung der Sprengbefugten in Bohr-, Lade-, Ladungsvorbereitungs- und Zündteam erfolgte und innerhalb kürzester Zeit waren die Löcher gebohrt, die elektrischen Sprengzünder durchgemessen und die Ladungen angebracht und verbunden. Insgesamt wurden bei diesem Einsatz 4,5 kg Sprengstoff und 4 elektrische Sprengzünder verbraucht.

Ebenso wurde bereits während der Bohr- und Ladearbeiten die Schießleitung zum sicheren Zündstand ausgelegt, routinemäßig die Zündmaschine überprüft und für in Ordnung befunden.

Dann wurde bei beiden Sprengdurchgängen nach allen Kontrollen und Routinemessungen der Gefährdungsbereich im 300 m Radius um die Sprengstelle geräumt.

Nach dem ersten Sprengsignal mit dem Signalhorn und der Freigabe durch den Einsatzleiter Sprengdienst wurde nach dem zweiten Sprengsignal die Schießleitung mit der Zündmaschine verbunden und nach Aufladung der Kondensatorzündmaschine durch schweißtreibendes Kurbeln mit dem Kommando „Feuer“ die Sprengung auf Knopfdruck ausgelöst.

Nach Kontrolle der Sprengstelle konnte das dritte Sprengsignal gegeben werden und das sehr zufriedenstellende Sprengergebnis durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte besichtigt werden.

Die Nacharbeiten an der Sprengstelle (Räumung der Holzteile aus dem Wildbach mittels mühsamer Handarbeit und Forstseilwinde) wird von der Familie Ritter am Folgetag durchgeführt und ist somit das volle Abflussprofil des Wildbaches wiederhergestellt.

Nach Durchführung der Einsatzbesprechung und einem großen und herzlichen Dankeschön an alle eingesetzten Kräfte, konnte der Einsatz um 17.00 Uhr mit „Gut Wehr!“ und „Glück Auf!“ beendet werden.

Eingesetzte Kräfte:

Sprengdienst Viertel Süd:

Sprenggruppe Süd 5 (Neunkirchen): 4 Mann mit Sprengdienstfahrzeug NK

Sprenggruppe Süd 4 (Wiener Neustadt): 2 Mann

Sprenggruppe Süd 2 (Mödling): 10 Mann

Ortsfeuerwehr FF Tauchen: 6 Mann

Fotos: Einsatzdoku – Text: BI Martin Ertl

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