Von der Marktgemeinde Schwarzau im Gebirge wurde im Rahmen einer Kontrollfahrt am 26. Juni 2019 gegen 16.00 Uhr auf der gemeindeeigenen Forststraße im Preintal festgestellt, dass es zu einem massiven Felssturz gekommen war, der die Forststraße für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge unpassierbar macht. Die Schadensstelle liegt mitten im unwegsamen Gelände, fernab der Siedlungen bzw. Einzelgehöfte auf rund 1.050 m Seehöhe.

Nach Rücksprache mit dem örtlich zuständigen Feuerwehrkommandanten der FF Schwarzau im Gebirge und dem Feuerwehrkommandanten von Nasswald, der gleichzeitig Abschnittskommandantstellvertreter ist, war klar, dass die Befahrbarkeit unverzüglich wiederherzustellen ist.

Insbesondere durch die heiße Wetterlage, verbunden mit einer hohen Gewitterwahrscheinlichkeit und erhöhten Blitzfrequenzen, muss diese Forststraße im Falle eines Brandgeschehens im Bereich der Forstbesitzungen Gemeinde Schwarzau im Gebirge und dem Forstgut Vittinghoff-Schell jederzeit für einen Tankwagenpendelverkehr durchgehend befahrbar sein.

Aber auch als Zufahrt für die Bergrettung zum nahen Bergkamm und im Falle eines Brandgeschehens am Bergkamm, der im Besitz der Forstverwaltung der Stadt Wien ist, ist diese Forststraße die einzige Zufahrtsmöglichkeit von der Schwarzauer Seite.

Eine Verbindung zum Forstwegenetz der Stadt Wien auf Nasswalder Seite besteht nicht.

Derzeit gilt im Bezirk Neunkirchen eine Waldbrandverordnung, somit wird von einer generell erhöhten Gefahr ausgegangen, und die Gemeinde Schwarzau ist ständig bemüht, genügend Vorsorge zu treffen und ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Da weder der örtliche Bauhof maschinell für die Entfernung des Felsens gerüstet ist, noch in der Nähe befindliche Unternehmen nach telefonischer Rückfrage zeitnah in der Lage waren, entsprechend schweres Gerät zur Entfernung zu stellen, geschweige denn die Schadenstelle zu besichtigen, wurde nach Rücksprache und in Abstimmung mit den beiden Feuerwehrkommandanten der Marktgemeinde Schwarzau im Gebirge die Entscheidung getroffen, den Sonderdienst Sprengdienst anzufordern und um Alarmierung und den Einsatzbefehl zu bitten. Durch ein E-Mail an die NÖ Landeswarnzentrale um 08.03 Uhr am 27. Juni 2019 wurde diese Anforderung an den Herrn Landesbranddirektor Dietmar Fahrafellner übermittelt und nach bereits 22 (!!!) Minuten kam das OK und der Einsatzbefehl für den Sonderdienst Sprengdienst.

Die Alarmierung des Zuges Viertel Süd konnte beginnen, Vorbereitungen wie z.B. Besorgung der Spreng- und Zündmittel und vieles mehr waren zu treffen.

Blaulicht-SMS, Telefonate, SMS, alles wurde genutzt, um schnellstmöglich eine Einsatzmannschaft im Industrieviertel zusammenzustellen. Gleichzeitig wurden von den Feuerwehren Schwarzau im Gebirge und Nasswald Einsatzmannschaften zur Gewährleistung einer Brandsicherheitswache während der Sprengarbeiten alarmiert.

Als Treff- bzw. Sammelpunkt wurde eine markante Wegkreuzung am Ortseingang von Schwarzau im Gebirge vereinbart, nach Eintreffen aller Einsatzkräfte wurde im Mot-Marsch die Anfahrt zu der auf 1.050 m hoch gelegenen Schadenstelle gemeinsam durchgeführt.

Dort angekommen, wurde dieser Einsatz sofort mit einer Sicherheitsunterweisung für alle anwesenden Kameraden vor Ort begonnen. Danach erfolgte die Vermessung des zu sprengenden Objekts, die Festlegung der Bohrpunkte und die Ermittlung des Sprengstoffbedarfs pro Bohrloch.

Dazu ein paar Fakten: Der zu sprengende Felsen hatte ein Volumen von rund 10 m³ mit einem Gewicht von etwa 26 Tonnen. Aufgrund der Abmessungen des Felsens wurde festgelegt, 6 Bohrlöcher mit einer Tiefe von 1.2 Meter zu bohren. Die Gesamtmenge von 540 Gramm gelatinösem Sprengstoff „Austrogel“, die genau drei Patronen Austrogel entspricht, wurde gleichmäßig auf die Bohrlöcher verteilt und jeweils mit einem elektrischen Sprengzünder bestückt.

Die Einteilung der Sprengbefugten in Bohr- und Ladeteam, Ladungsvorbereitungs- und Zündteam erfolgte nach der Mengenermittlung und innerhalb kürzester Zeit waren die Löcher gebohrt, die elektrischen Sprengzünder durchgemessen und die Ladungen vorbereitet. Ebenso wurde bereits während der Bohrarbeiten die Schießleitung zum sicheren Zündstand ausgelegt und routinemäßig die Zündmaschine überprüft und für in Ordnung befunden.

Besonderes Augenmerk wurde während all dieser Tätigkeiten auf eventuell nachfallendes Gestein gerichtet und permanent von einem anwesenden Sprengbefugten beobachtet.

Dann wurden die 6 Ladungen in die fertigen Bohrlöcher eingebracht, mit Sand besetzt, die Zünderdrähte verbunden und nach allen Kontrollen und Routinemessungen der Gefährdungsbereich im 300 m Radius um die Sprengstelle geräumt.

Nach dem ersten Sprengsignal mit dem Signalhorn und der Freigabe durch den Einsatzleiter Sprengdienst wurde nach dem zweiten Sprengsignal die Schießleitung mit der Zündmaschine verbunden und nach Aufladung der Kondensatorzündmaschine durch schweißtreibendes Kurbeln mit dem Kommando „Feuer“ die Sprengung auf Knopfdruck ausgelöst.

Nach Kontrolle der Sprengstelle konnte das dritte Sprengsignal gegeben werden und das sehr zufriedenstellende Sprengergebnis durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte besichtigt werden.

Die Nacharbeiten an der Sprengstelle (Räumung des kleinstückigen Hauwerks mittels Radlader/Frontlader) werden von den Gemeindebediensteten am Folgetag durchgeführt und ist somit die durchgehende Befahrbarkeit der Forststrasse wiedergegeben.

Nach Durchführung der Einsatzbesprechung und einem großen und herzlichen Dankeschön an alle eingesetzten Kräfte, konnte der Einsatz um 16.00 Uhr mit „Gut Wehr!“ und „Glück Auf!“ beendet werden.

Eingesetzte Kräfte:

Sprengdienst Viertel Süd:
Sprenggruppe Süd 5 (Neunkirchen): 4 Mann mit Sprengdienstfahrzeug NK
Sprenggruppe Süd 4 (Wiener Neustadt): 2 Mann mit Kompressor und MTFA
Sprenggruppe Süd 3 (Baden): 1 Mann mit KLF

Ortsfeuerwehren:
FF Schwarzau im Gebirge: 3 Mann mit KRFA
FF Nasswald: 3 Mann mit TLFA

Einsatzleiter Sprengdienst: BI Martin Ertl
Einsatzleiter Ortsfeuerwehren: ABI Marc Maierhofer

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