Großbrand im Föhrenwald – 2013

Gegen 13:15 Uhr gingen am 01. August 2013 in der Bezirksalarmzentrale Neunkirchen mehrere Notrufe über einen Flurbrand im Bereich Saubersdorfer Trift / Holzweg ein. Vom Disponenten wurden die zuständigen Feuerwehren mit dem Meldebild B1 Flurbrand alarmiert. Bei der Anfahrt zum Einsatzort wurde den Feuerwehren aber klar, dass es sich um ein weitaus schlimmeres Szenario handelt. Die dunkle Rauchsäule war bereits von weiten sichtbar. Vom Einsatzleiter wurde unverzüglich Verstärkung angefordert. Da in der Zwischenzeit weitere Notrufe in der BAZ eingingen, wurde auf Alarmstufe B4 erhöht. Bei der ersten Lageerkundung durch den Einsatzleiter, wurde ein großflächiger Waldbrand im Föhrenwald lokalisiert.

Erschwerend kam in der Anfangsphase der Wind hinzu, der Brand rasend schnell ausbreiten ließ. Innerhalb kürzester Zeit bahnten sich Meterhohe Flammenwalzen den Weg in alle Richtungen. Da der Föhrenwald extrem trocken war, wurde die Brandintensität zusätzlich beschleunigt. Da bereits von einem Großflächigen Brand ausgegangen werden musste, wurde ein Hubschrauber des Innenministeriums angefordert, um sich aus der Luft ein Bild der Lage zu machen. Anfangs ging man von einer betroffenen Fläche von rund 3 Hektar aus. Bei der Erkundung aus der Luft musste die Zahl jedoch auf rund 30 Hektar erhöht werden. Der Brand breitete sich in alle Richtung rasend schnell aus, sodass die Feuerwehren nicht mal die Chance hatten, den Brand gezielt zu bekämpfen.

Mittels Motorsägen wurden sogenannte Schneisen geschlagen, um ein weiteres Ausbreiten der Baumfeuer zu verhindern. Zwischenzeitlich wurde der Bezirksführungsstab des Bezirkes Neunkirchen mobilisiert und an der Einsatzstelle aufgebaut. Aufgrund des großflächigen Schadenslage wurde über das Landesfeuerwehrkommando der Flugdienst (Basisgruppe NÖ-Süd) angefordert, um für die Bodenkräfte unterstützend den Brand auch aus der Luft zu bekämpfen. Hierfür wurden 2 Hubschrauber, sowie drei Flächenflugzeuge „PC6 Pilatus Porter“ des Österreichischen Bundesheeres eingesetzt. Von den Bodenkräften wurde der Brand mittels Schanzwerkzeug, Löschrucksäcken, B und C Rohren sowie Wasserwerfern der Großtanklöschfahrzeuge bekämpft. Erschwerend kam hinzu, dass die Brandstellen teilweise mit Löschfahrzeugen nicht erreichbar waren. Die Florianis musste mehrere hundert Meter Schlauchleitungen verlegen, um Löschwasser von den Zufahrtsstrassen zu den Brandstellen zu befördern.

Die Löschwasserentnhame wurde über zwei Löschteiche und das Wasserreservoir, von „Wiener Wasser“ sichergestellt. Um die Bodenkräfte mit Wasser zu versorgen, wurde ein Tankwagen Pendelverkehr eingerichtet. Während der Einsatztätigkeiten kam es immer wieder zu kleineren detonationen im Boden, die von Munitionsresten, welche im Föhrenwald vom zweiten Weltkrieg unter dem Waldboden liegen, ausgelöst wurden. Zu Spitzenzeiten standen 37 Feuerwehren aus den Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt, mit 76 Fahrzeugen und rund 350 Mann im Einsatz. Seitens der Polizei standen drei Streifen sowie der Hubschrauber des Innenministeriums im Einsatz. Das Rote Kreuz stellte zwei Fahrzeuge zur Beistellung für die Einsatzkräfte. Vom Österreichischen Bundesheer wurden zwei Hubschrauber und drei Flächenflugzeuge ins Einsatzgebiet entsandt.

Die 8 Feuerwehren, die in der Nacht die Brandwache im Einsatzgebiet des Föhrenwaldes hielten, wurden am Freitag (02.08.2013) in den frühen Morgenstunden von den örtlichen Kräften und Teilen der 15 KHD Bereitschaft abgelöst. Am Tag 2 waren die Flammen zwar bekämpft, die Glutnester verlangten den Florianis aber alles ab. Mit Schanzwerkzeug und Löschrucksäcken mussten die Helfer das gesamte Einsatzgebiet zu Fuß abgehen, um jedes einzelne Glutnest aufzuspüren, und in weiterer Folge abzulöschen. Um einen neuerlichen Brandausbruch zu verhindern, mussten die Glutnester umgegraben und abgelöscht werden.

Neben der körperlichen Anstrengung durch die Einsatztätigkeiten, machten die hohen Temperaturen an diesem heißem Sommertag der Feuerwehr zu schaffen. Permanent wurde vom Versorgungszug des 15 KHD Dienstes ein Versorgungstransport gefahren, um die Helfer mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Nachdem die Feuerwehren an ihre körperlichen Grenzen getrieben wurden, hieß es nach 26 Stunden Dauereinsatz „Brand Aus“! In den kommenden Tagen wurde von den örtlichen Kräften Kontrollfahrten durchgeführt, um auf Nummer sicher zu gehen, dass sich keine neuen Brandherde bilden.

Bereits eine Woche später wütete ein noch größerer Waldbrand im Föhrenwald im Bereich Weikersdorf (Bezirk Wiener Neustadt)! Auch bei diesem Brand standen zahlreiche Feuerwehren unseres Bezirkes zur Unterstützung im Löscheinsatz. Insgesamt wurden bei diesem Brand 56 Feuerwehren aus den Bezirken WN, NK und BN mit rund 700 Mitglieder eingesetzt!

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